Habe tatsächlich nur einen Rucksack gepackt und zusätzlich den Trinkrucksack mit Laufutensilien bestückt und los ging es am Freitag Richtung Eisenach. Mein 4. Start beim Rennsteiglauf und das 40. Mal fand diese Veranstaltung statt. Die Bahn war pünktlich, allerdings mit einem unerklärlichen Stop kurz vor Fulda und somit sehr wenig Zeit für den Umstieg dort. Allerdings hat der Zug gewartet. Manchmal klappt es eben doch. In Eisenach angekommen ging ich schnurstracks zum Hotel, diesmal direkt am Marktplatz, wurde freudestrahlend begrüsst und bezog ein viel zu grosses Zimmer. Wenn ich da an England und Frankreich und Dänemark denke, wow welch ein Unterschied. Dann holte ich auch gleich meine Startunterlagen, das habe ich immer gern schnell erledigt. Keinerlei Warteschlangen bei der Ausgabe. Danach ging ich erst einmal in die Stadt, denn unterwegs vom Bahnhof war mir ein winziges Cafe mit einer leckeren Torte aufgefallen. Ich setzte mich lieber rein, denn drin war es kühl. Draussen in Eisenach war die Luft heiss, drückend und schwül. Es waren Unwetter und Gewitter und Regen angesagt. Jedenfalls zog ich mir drin ein Stück Torte und einen Kaffee rein, Preis 3.30 EUR. Da kriegt ein Mensch der in München lebt immer ganz feuchte Augen. Das zahle ich dort für ein Stück Kuchen. Und die Torte war eine schöne alte handgemachte Buttercreme Torte. Die habe ich mir auf der Zunge zergehen lassen. Wie früher die selbst gemachten von meiner Mutter. Frisch gestärkt ging ich dann noch Wasser holen und für das Frühstück Rosinenbrötchen, nicht Semmeln wie mich die Verkäuferin gleich korrigierte. Und noch Halloren Kugeln als Mitbringsel. Dann schlenderte ich wieder zum Hotel und legte mich erst einmal ab. Meine Laufsachen waren schon über einen Sessel gehängt worden und ich brauchte nur noch Kleinigkeiten erledigen, wie Startnummer anbringen und Trinkrucksack füllen. Gegen 18 Uhr ging ich dann zum Kloss essen zum Festzelt. Ich hatte mich auf lange Schlangen eingestellt, denn es gab 2590 Meldungen dies Jahr, also schon ein paar mehr als die Jahre davor. Der Himmel war inzwischen duster. Im Zelt angekommen hatte ich nach weniger als 60 Sekunden meinen Teller mit zwei Klössen, Goulasch und Rotkohl von einem freudestrahlenden Helfer in der Hand. "Die Warteschlangen haben wir abgeschafft." , rief er mir fröhlich zu. Ich muss zugeben, ich war baff. Es gab richtiges Geschirr, keinen Plastikteller und auch das Besteck war nicht aus Plastik. Da war also einiges geändert worden und zwar zum Guten. Überhaupt waren alle Helfer freundlich und lächelten. Ich hatte schon den Verdacht, die hatten Gute-Laune-Pillen verteilt. Ist man gar nicht gewöhnt, wenn man in München lebt. Nach dem Happa setzte ich mich in der Nähe des Marktes in einen kleinen Italienischen Laden und genoss ein Glas Rotwein. Ich sass geschützt unter einem Dach aber draussen und konnte somit gut Leute beobachten. Inzwischen hatte es leicht angefangen zu regnen. Sorgenvoll dachte ich an den nächsten Tag. Wenn der Regen nicht rechtzeitig genug abzieht, werden wir patschnass. Dann sah ich noch einen Bekannten ankommen und begrüsste ihn. Er traf sich dann mit einigen Leuten der berühmten LG Nord zum Kloss essen und Bier fassen. Da es aber inzwischen stark regnete und es im Zelt sauschwül war, zog ich es vor zu gehen und ruhte mich lieber auf dem Zimmer aus, vor dem schlafen gehen. Die restlichen Kleinigkeiten waren ja schnell erledigt.
Stdiut