Die erste Runde näherte sich dem Ende und meine Garmin Uhr zeigte einen Schnitt von 5:29min vor dem ersten Trinkstop bei Kilometer 10. mein Atem fühlte sich gut an, aber ich schwitzte ziemlich, aber das tue ich ja eigentlich immer ziemlich fix. Also nichts aufregendes. Das erste Gel mit Wasser und weiter ging es. Auch die zweite Runde fühlte sich gut an. Jetzt kämpften Hirn und Körper. Hirn: Los renn, das wird Bestzeit. Körper: Mach langsam, 50 Kilometer sind 50 Kilometer und da kann viel passieren. Aber irgendwann dachte ich einfach, denk gar nicht. Lauf und geniesse es. Und so tat ich es dann auch. Die zweite Runde war nicht wesentlich langsamer. Stopp machte ich in diesem Jahr bei Kilometer 6 und bei Kilometer 10. Schliesslich hatte ich im letzten Jahr immer nur bei Kilometer 3 gestoppt und wollte gerecht sein. Es passte aber auch besser zu meinem Laufstil in diesem Jahr. Es gab als neues Getränk Red Bull, eigentlich mag ich es nicht, aber da ist so viel Zucker drin, also nahm ich es auch mal. Es schmeckt aber immer noch, wie Gummibärchen. Igitt. In Runde 4 legte ich eine Pinkelpause ein, dadurch war diese Runde beu knapp einer Stunde. Dann musste ich aber langsam Tempo rausnehmen, was ich aber irgendwie auch nicht als schlimm empfand. Die Wade zuckte manchmal, wenn es bei dieser flachen Strecke gering bergauf ging, aber ich muss ehrlich sagen, diese Strecke ist so flach, flacher geht es nicht. Es liefen auch noch andere Deutsche, aber ich kannte nur den Patrick und traf ihn unterwegs nicht einmal. Die letzte Runde genoss ich einfach noch einmal und grinste innerlich schon einmal, denn wenn es keinen Megastress mehr geben würde, sah ich breits einen neuen Rekord aufblinken. Ich dankte an jedem Stand den Helfern auf dänisch und muss gegrinst haben, wie ein Honigkuchenpferd. Und dann ging es zum letzten Mal runter zum See und dann geradeaus auf die Zielgerade. Ich überquerte die Ziellinie bei 04:48:15h. Neue Bestzeit, die Zeit aus dem letzten Jahr um glatt 6 Minuten unterboten. So cool. Scheinbar war der harte Lauf in Paris das Beste Training für diesen 50km Lauf, das ich mir hätte erträumen können. Und natürlich mein Turbo Tapering, als Super Methode der Vorbereitung. Nachdem ich umgezogen war, stolz meine Medaille trug und eine dänische Wurst verputzt hatte konnte ich wenigstens einmal Patrick anfeuern, wobei ich nicht weiss, ob er geschnallt hat, ob ich bzw. ein deutscher ihn anfeuert. Somit trollte ich mich langsam Richtung S-Bahn von Albertslund nach Kopenhagen Vesterport und trug stolz meine Medaille, wobei glaube ich, kein einziger Kopenhagener etwas von diesem Lauf wusste oder mitbekommen hat. Aber das war mir egal, ich habe eine neue Bestzeit, mit der ich nicht gerechnet hatte.
Stdiut