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Mehr Sorgen als der Gang aufs Dixie Klo machten mir allerdings die Füsse. Ich hatte Schmerzen an der linken Seite des Ballens. Da habe ich zwar immer Hornhaut, aber so ein scheuern eigentlich nicht. Also zupfte ich erst einmal an der Sohle vom Schuh, dann zog ich ihn einmal aus und bei Kilometer 20 etwa hielt ich es überhaupt nicht mehr aus und beschloss die Schuhe zu wechseln. Eine gute Idee, wie sich zeigte. Den Socken zog ich lieber nicht aus, um nicht das Elend zu sehen, dass sich bis dahin ereignet hatte. In den Wechselschuhen ging es jedenfalls gut weiter voran. Die Runde des Schuhwechsels war natürlich etwas langsamer, woraufhin mein Zähler Felix fragte, ob ich Pause gemacht hätte. Also bei Zählstation HH war man aufmerksam. Unterwegs gab es einiges zu bestaunen. Eine Laufgemeinschaft Petuschi Racing Team, die waren echt am lustigsten drauf, wobei mir am meisten der Mann mit den Radlerbeinen im Gedächtnis bleiben wird, nicht bös sein. :oops: Dann so kleine Läufer, 3 Jungs und zwei Mädchen, bei denen ich hätte schwören können, sie sprechen ungarisch (ich spreche nämlich ungarisch und die eine Frau sprach mit den Mädels ungarisch), allerdings stammen sie wohl aus Serbien, Verein USS Palic. Früh übt sich.
Und eine Dame, die entweder zuviel Whisky gekippt hatte oder mal ein Mann war. Ich tippe auf Letzteres. Das finde ich gut, so etwas gibt es selten und gehört einfach dazu. Die Zöpfe waren zwar strange, aber sie hat sich mächtig angestrengt. Sonst sah man einige Ultra Läufer. Einige kannte ich vom Baltic Run, dann welche vom MIAU und natürlich die LG Nord Berlin, die ja irgendwie nirgendwo fehlen dürfen. :))
Das Buffet war immer reichlich gedeckt und sehr umweltbewusst, es gab keine Wegwerfbecher, sondern die Becher wurden gesammelt, abgespült und wieder eingeschenkt, es waren so klobige robuste Kameraden aus Plastik. Gute Idee. Das racing Team fing dann gegen Mittag sogar noch an zu grillen, wobei es mich bei so einem fettigen Burger eher gewürgt hätte. Mit den Nürnbergern, die Ihre Wiese heute nicht wie üblich nutzen konnten, waren wir Läufer in friedlicher Koexistenz. Ich habe nur mal einen Radfahrer gehört, der Spaziergängern sagte, hier ist eigentlich der Radweg, woraufhin sie auf uns verwiesen. Aber das Problem kenne ich ja auch aus München. Da steht am Radweg "Achtung auf Fussgänger" und die meckern trotzdem, wobei ja immer genug Radler auf dem Fussgängerweg fahren. Zurück zum Lauf. Also eigentlich lief es gut und für dies Jahr fehlen mir ja auch noch so richtig lange Kanten, wie ich sie z.B. letztes Jahr im Januar gemacht hatte. Zwischen Garmin und der Rundenzählung lagen natürlich wieder Welten. Zudem hat mich der arme Felix dann völlig aus dem Rhythmus gebracht. Man bekam nämlich bei Kilometer 50 eine rote Fahne für die nächste Runde in die Hand, um allen zu zeigen, dass man die 50iger Marke gschafft hat. Und als ich dann wieder bei ihm war, sagte er, er hätte mir die Fahne zu früh gegeben. Da ich von Zählung und Blase etwas genervt war, lief ich einfach so weiter wie es ging und hatte keine Ahnung, wieviel ich denn nun hatte. Bei der vermutlich letzten Runde drückte mir Felix dann die Blaue Fahne in die Hand, die man einfach bei Schlusspfiff ablegte, für die Schlussmessung. Ich muss zugeben, ich war dann eh alle und bin die letzten zwei Runden eigentlich nur noch marschiert. Ganz am Ende latschte ich dann über die Wiese, nahm noch ein Malzbier und dann ging es zur Schule und Dusche. Dort war natürlich Andrang, Waschraum mit 3 Duschen für alle Männer. Aber es ging sehr diszipliniert zu und wir beschleunigten das Verfahren, einer duschte, der nächste seifte sich ein. Cool und witzig. Okay hätte man sehen müssen. Was ich lieber nicht hätte sehen wollen, war der Anblick meines Fusses ohne Socke. 88| Igitt, da prangte eine riesengrosse Blutblase, wie in meinem Gedicht (Lauf Verse).
http://stdiut.blog.de/2008/09/05/angst-4685726/
Egal, ich zog eine Socke drüber und beschloss mich erst zu Hause darum zu kümmern. Jetzt ging ich erst einmal zu den anderen geduschten Läufern in die Sporthalle.
Stdiut