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  • Gerätewechsel

    So ist das im Leben, nichts hält für die Ewigkeit. Mein Fenix 2 hat ja schon länger gesponnen, jetzt hat er Aussetzer und zeigt mittendrin mal nur noch einen gelben Balken, der über das Display hüpft. Schon nervig. Also habe ich mir am Freitag den 05.06.2015 den Garmin Vivoactive geholt und den Fenix eingeschickt, natürlich nach einem Gespräch mit dem Support.
    Vorher hat der Fenix aber noch ein paar Läufe aufgezeichnet.
    Am Samstag den 30.05.2015 eine 17 km Strecke oben, das heisst die Hochleite über die Grosshesseloher Brücke bis nach Pullach und zurück.
    Sonntag habe ich einen Freund getroffen und hatte deswegen erst am Abend Zeit für einen Lauf. Es wurden 10,6 km entlang der Isar und um den Hinterbrühler See in knapp einer Stunde.
    Am Feiertag, Donnerstag den 04.06.2015 ging es auf eine Runde entlang der Hochleite, dann hinter der Menterschwaige runter an die Isar und auf den Trail und über die Grünwalder Brücke dann zurück nach München. Hier versagte der Fenix eben schon nach einem Kilometer mit besagtem Balken. Da ich die Streckenlänge aber so in etwa wusste, war es mir wurscht. Erstaunlicherweise war das Display aber dann an der Grosshesseloher zurück und ich konnte wieder aufzeichnen, was aber natürlich ungenau war. Es war eine ziemliche Affenhitze, aber eine weisse Mütze schützte vor der Sonne und mein kleiner Camelback reichte aus, um mich mit Wasser zu versorgen. Schlimmer war der Ischias, der mich quälte. Muss wohl doch wieder mehr dehnen und auf den unterbelasteten Muskel achten. Immerhin kam ich nach ca. 21 km in 02:10 Stunden zu Hause an.
    Am Samstag erfolgte dann der Gerätewechsel. So einfach hatte ich noch nie ein Garmin Gerät in Betrieb genommen. Sogar das Display habe ich getauscht und eine neue Oberfläche eingespielt. Nach dem Besuch im Fitness ging es wieder auf die gleiche Runde, wie am Donnerstag. Diesmal brauchte ich aber noch etwas länger und kam nach 02:17:44 h Stunden wieder an. Es war aber auch sogar noch einen Ticken wärmer diesmal.
    Für Sonntag hatte ich mir zwar eigentlich noch einmal 20 km vorgenommen, aber ich verkürzte mal spontan die Strecke. Es ging wieder mit dem Rad zum Fitness und zurück und dann auf die 10,5 km Strecke. Der Vivoactive hat einwandfrei funktioniert. Ist schon ein witziges Gerät.
    Somit habe ich aber immerhin die Wochennorm erreicht mit 52,51 km.
    Stdiut

  • 5 Läufe

    Seit dem Supermarathon bin ich erst fünfmal gelaufen. Werde immer fauler, irgendwie. Erwähnenswert ist dabei der 5 km Lauf in Bad Neuenahr beim BMPK Kongress. Das war ein Lauf für die Peter Maffey Stiftung. Und ich bin tatsächlich nur 5 Kilometer gelaufen und die sogar unter 25 Minuten. Da war ich doch stolz. Aber das Wetter war hervorragend und die Strecke flach, bis auf ein paar Stufen.
    Und natürlich der Lauf an diesem Mittwoch. Da hat mir wirklich alles weh getan. Das war das Gegenteil von Survival of the fittest, das war nur noch pures Überleben. Gleich am Anfang tat mir da schon der Ischias weh. Aber so ist das, je weniger man tut, desto mehr rostet man so vor sich hin.
    Stdiut

  • Rennsteig Supermarathon 2015 der Lauf

    Nach dem Start ging es durch die Einkaufsstraße und dann durch das Tor in Eisenach. Durch die Bauarbeiten etwas verengt, aber ohne Stau. Dann in Richtung Bahnhof und vorher nach rechts, den ersten Hügel hinauf und raus aus dem Städtchen. Die Strecke hat sich eingeprägt, immerhin meine 5. Teilnahme dies Jahr. Heute hatte ich gleich am Anfang ein paar Schwierigkeiten. Ich hatte ein paar Steine im Schuh und war einfach zu faul anzuhalten. Leider wurde es aber nicht besser mit den Kilometern. Also machte ich endlich etwa beim Halbmarathon bei einer Versorgungsstelle halt und setzte mich auf eine Bank, um die Schuhe leer zu machen. Mein rechter grosser Zeh, der ohne Nagel, tat auch weh. Aber da war eine Blase entstanden, die aber schon wieder aufgeplatzt war. Kein Grund zur Aufregung. Dann ging es weiter und ich war echt daran zu überlegen, ob und wann ich aussteige. Zusätzlich genervt war ich von einer Läuferin, die unaufhörlich plapperte mit Ihrem Laufkollegen, so etwas kann ich ja gar nicht leiden. Aber alle Versuche zu entkommen, schlugen fehl, irgendwie hatte das Pärchen immer mein Tempo. Das Wetter war trotz angesagtem Regen wunderschön. Es regnete nicht einmal während des Laufes. Somit kam ich langsam voran und erreichte Oberhof, wo so etwa 50 km geschafft sind. Hier war die Strecke leicht verändert worden, aber eher unerheblich. Mein Garmin zeigte diesmal konsequent 2 km zu viel an. Dadurch konnte ich das Tempo nicht wirklich richtig abschätzen. Ich hatte vorher noch Bernd vom Team Hanka überholt, der war morgens mit einem Affenzahn an mir vorbei, konnte aber das Tempo nicht halten. Er hatte wohl auch ein paar Probleme. Er gönnte sich dann erst einmal ein richtiges Bier und wartete auf seinen Team Kollegen. Ich lief weiter. Ab Oberhof ging es mir plötzlich wieder besser. Zumindest war ich sicher, dass ich durchhalte. Die Anstiege wurde jetzt weniger und ich wusste ja auch, dass das Gröbste geschafft war. Die Plappertasche war ich jetzt doch losgeworden. Die anderen Läufer um mich herum hatten meine Taktik. Das heisst laufen wenn flach und bergan gehen. Dann kam auch schon der See, der mir noch im Gedächtnis war. Von dort geht es noch einmal ein Stück bergauf, dann kommen auch schon die Kilometerschilder 70 und 71 , man überquert eine Landstrasse und taucht wieder ein ins Grüne. Dann hört man auch schon die Sprecher in Schmiedefeld. Leider ist man dann aber noch nicht im Ziel. Ein kleiner Hügel, dann durch den Ort und in Richtung Festplatz. Hier laufen alle Läufer ins Ziel, egal ob Supermarathon, Marathon oder Halbmarathon. Der Einlauf begleitet von Zuschauern fällt immer relativ leicht. Und obwohl es etwas länger gedauert hat, als erwartet, war ich nach 09:16 h im Ziel. Hier wurde mir die Medaille, in diesem Jahr mit gelbem Band umgehangen und ich konnte stolz eine weitere Medaille mit nach Hause nehmen. Ich holte meine Sachen von der Wiese. Scheinbar hatte es hier geregnet. Jetzt aber schien die Sonne. Ich gönnte mir ein Finisher Bier, holte mein Finisher Shirt und ging dann duschen. Danach noch eine Bratwurst als Belohnung und dann schlenderte ich runter zum Shuttle Bus nach Eisenach. Dieser fuhr auch gleich ab, Glück gehabt. Die Fahrt kam mir länger vor, als der Lauf. Über eine Stunde waren wir unterwegs. Im Bus saßen diesmal zwei Männer, die nicht aufhörten zu schwatzen. Immerhin erfuhr ich so, dass Daniel Adlung Veganer geworden ist. In Eisenach angekommen, musste ich den Hügel zum Hotel erklimmen, ganz schön anstrengend nach dem Lauf. Dort zog ich mich um und ging mit meinem Freund essen, bei einem wirklich netten asiatischen Restaurant. Er hatte tagsüber die Wartburg besucht und sich die Stadt angesehen. Nach dem Essen ein letztes Mal den Hügel rauf und dann den Schlaf der Gerechten geschlafen, bevor es am Sonntag auch schon wieder zurück nach München ging.
    Stdiut

  • Rennsteig Supermarathon 2015

    Nach dem Wings for Life machte ich wieder einmal den Turbo Tapering Master. Am Freitag dem 08.05.2015 ging es dann morgens los nach Eisenach. Mein Freund fuhr diesmal mit und sass auch am Steuer. Somit konnte ich die Fahrt und das gute Wetter geniessen und kam ganz bequem an. Das Hotel lag in mitten der Stadt, allerdings auf einem ziemlich steilen Hügel. Eigentlich ganz romantisch, aber schwer dort die enge Gasse rauf zu fahren. Zimmer war praktisch und für 3 Sterne völlig okay. Wir gingen auch gleich los auf einen kleinen Stadtbummel. In Richtung Bahnhof fanden wir das kleine Kaffee, wo es noch echte Buttercreme Torte gibt. Das hatte ich Gustl versprochen. Dann ging es aber auch schon zum Marktplatz zur Startnummern Ausgabe und zur berühmten Klossparty. Dort waren schon einige Läufer versammelt. Obschon ich einige vom Sehen her kannte, ergaben sich heute keine Gespräche. Wir genossen die schöne Luft und gönnten uns ein Köstritzer und gingen dann gemütlich zurück zum Hotel. Hier bereitete ich alles für den nächsten Morgen vor und dann ging es auch schon recht früh ins Bett. Denn 04:45 Uhr klingelte auch schon wieder mein Wecker. Aus dem Erdgeschoss war schon Kaffee zu riechen, es gab wohl schon um 05:00 Uhr Frühstück. Ich hatte aber eh nicht damit gerechnet und hatte einen Riegel zurecht gelegt. Um 05:15 Uhr marschierte ich durch das dunkle Eisenach. Gottlob bergab und bis zum Start waren es auch nur knapp 10 Minuten Fussweg. Ich gab den Kleiderbeutel ab und schaute mich dann um. Es war wie immer. Einige waren total aufgeregt, wohl zumeist die Erststarter und andere schauten sich gemütlich alles an. So wie ich. Kurz vor dem Start war wie immer nichts zu verstehen, da ein Hubschrauber über der Menge schwebte, das wird man dort wohl nie ändern. Das Rennsteiglied erklang und schon ging es auf die Piste.
    Stdiut

  • Wings for Life - Wie lief es

    Bereits am Samstag holte ich meine Startunterlagen für den Lauf ab. Ich brauche schliesslich morgens meinen Schlaf. :>> Im Olympiastadion traf ich dann sogar noch einen alten Bekannten vom Ruscher Training, den Bernd. Er hatte zwischenzeitlich mal das Laufen aufgegeben, wegen Knieproblemen, aber seit zwei Jahren läuft es wohl wieder gut. Dann ging es erst einmal heim und nach einem fetten Steak den Ruhetag geniessen.
    Der Wetterbericht war nicht sehr verlockend für den Sonntag. Und natürlich stimmte er diesmal auch noch. Somit stellte ich mich mit Mütze in die Läufermenge und zog auch eine dünne Regenjacke an. Es waren 4000 Läufer zugelassen und auf dem Gelände war etwas los, denn der Hauptsponsor nutzte natürlich das Terrain für seine Zwecke. Aber solange meine Startgebühr direkt in die Forschung geht, ist mir das wurscht. Irgendjemand muss ja das drumherum bezahlen. Der Startschuss erfolgte pünktlich und somit ging es erst einmal dicht gedrängt über das Olympiagelände. Es liefen alle Läufer dicht beieinander am Anfang. Die Gegend ist so überhaupt nicht mein Revier, darum kann ich von der Strecke wenig berichten. Der Veranstalter schrieb: "Von dort aus geht es über die Fasanerie, Allach und Eschenried immer weiter nach Westen in das idyllische Münchner Umland." Es war größtenteils asphaltierter Untergrund, aber durchaus auch ein paar Stellen, die durch den Regen schon schlammig waren. Der Regen hörte erst gegen Ende meines Laufes auf. Es kamen ein paar Hügel, aber so insgesamt war es doch relativ flach. Für mich ging es erstaunlicherweise relativ flott voran. Ich hatte ja als alter Schisser nur 15 km angegeben, aber die Catcher Car hatte mich auch bei Kilometer 20 noch nicht eingeholt. Also lief ich weiter und hatte den Halbmarathon in sehr guten 01:51 h geschafft. Dann aber ging es auch nicht mehr allzu weit. Laut offiziellem Ergebnis bin ich genau 21,90 km gelaufen. Das war für mich voll in Ordnung. Jetzt hiess es nur noch, weiter marschieren, bis zum nächsten Shuttle Bus. Der war bei Kilometer 24. Als ich ankam war ein Bus sofort voll und auch der zweite, den ich bestieg war ratz fatz voll. Es war ziemlich eng und natürlich feucht in dem Bus, aber besser als draussen im Regen. Als ich abfuhr, sah ich gerade Bernd eintreffen, der dann aber auf den dritten Bus warten musste. Da es auch noch ziemlich kühl war, ziemlich unangenehm. Der Bus brachte uns zurück zum Olympiastadion. Das dauerte gefühlt länger als der Lauf. Dort angekommen schüttete es gerade wie aus Eimern. Unter dem Dach des Olympiastadions aber kein Problem. Ich zog mich um, trank noch ein Sponsorgetränk und machte mich auf den Heimweg. Auf die Siegerehrung wollte ich nicht warten, dafür war es mir einfach zu ungemütlich. Insgesamt war der Lauf zufriedenstellend gelaufen und auch an der Orga war nix auszusetzen. Ich denke mal die Shuttle könnten etwas enger sein, aber wie gesagt, das muss ja auch bezahlt werden. Ich hoffe, durch diesen Lauf kam etwas Geld in die Forschung, mir hat es Freude gemacht auf diese Art mal etwas gutes zu tun. "I ran for those who can't!"

  • Pause nach dem Ultra

    Wie lang war die Pause nach dem Ultra?
    Nach 136 km beendet am 19.04.2015 ging es sieben Tage später wieder auf zum nächsten Lauf.
    Eigentlich war geplant nach dem Fitness aufs Laufband zu gehen, aber ich konnte einfach nicht drinnen laufen. Also ging es schnell heim, umziehen, in die Laufschuhe und los auf eine Proberunde.Es wurden aus Zeitmangel 6 km aber es lief eigentlich ganz gut. Ausserdem hatte ich mir eh nur 5 km vorgenommen. Genug für den Sonntag. Anschliessend ging es zu einem spannenden Basketball Spiel.
    Am Montag 27.04. und am Donnerstag dem 30.04. ging es wieder auf die Piste. Allerdings dachte ich am Donnerstag eher, ich laufe im Rückwärtsgang. Es ging total schwer, keine Ahnung warum.
    Am Feiertag dem 1. Mai lief es wesentlich besser, auch wenn es die ganze Zeit regnete. Aber kalt war es ja eigentlich nicht. Somit blickte ich gespannt nach vorn, denn für den Sonntag hatte ich mich für den "Wings for Life Run" in München angemeldet. Sicherheitshalber hatte ich aber mal nur 15 km als absolvierte Strecke angemeldet, das heisst bis zu dem Punkt, wo man von dem Catcher Car eingeholt wird und man aus dem Rennen geht.
    Stdiut

  • Epilog Iznik Ultramarathon

    Wie fand ich denn nun diesen Lauf?
    Ich hatte im Vorfeld tierisch Bammel, zu schlecht vorbereitet zu sein. Das hat sich zwar nicht bestätigt, trotzdem liegt der Lauf sehr früh im Jahr und ist deshalb eine Herausforderung schon in der Vorbereitung. Die Anreise war verhältnismässig preiswert und mit Pegasus Airline auch nicht unkomfortabel, auch wenn die Linie als Billigflieger gilt und mit Ryan Air verglichen wird. Ich hatte jedenfalls einen angenehmen Flug und keine Komplikationen.
    Der erste Taxifahrer war dann schon eher ein Minus in der Reiseliste. Er fuhr schon los, ohne die Adresse zu kennen oder mal mit mir zu reden, wohin ich eigentlich will. Ärgerlich. Hotel in Istanbul sehr gut.
    Anreise nach Iznik Dank Emre und Deniz kein Problem. Unterbringung und Versorgung, mehr als zufriedenstellend. Dank netter Gastgeber und angenehmem Mitstreiter, der aus Japan angereist war. Beim abholen der Startnummer, hätte ein Hinweis nicht geschadet, dass die Ausrüstung mitzubringen ist. Nudelparty nicht so mittendrin für die Nachtstarter, hätte ich auch besser gefunden. Läufermesse und Start und Zielbereich, optimal. Die Helfer wirklich ALLE mehr als nett. Die Kennzeichnung des Laufweges exzellent, jedenfalls die beste, die ich bisher erlebt habe. Der Veranstalter, pervers. :>> Tja lieber Caner, ich fand den Lauf wirklich hammerhart. Das ist wahrlich kein Lauf für Weicheier und reichlich mit Trail Stücken und anderen Hindernissen bestückt, inklusive 2800 Höhenmeter, wohlgemerkt nur uphill.
    Das führte zu lauten Flüchen meinerseits auf der Strecke und statt den Zieleinlauf zu filmen, gab es nur einen "day after" Schwenk über den See. Das lag daran, dass ich zu dem Zeitpunkt der Zielankunft völlig demotiviert war. Gott sei Dank aber nicht so demotiviert, nicht zu finishen.
    Jetzt, mit etwas Abstand, bin ich natürlich stolz, die 136 km geschafft zu haben. Wer wäre das nicht. Auch diese besondere Medaille wird einen Ehrenplatz erhalten.
    Zusammenfassend kann man sagen, wer eine Herausforderung sucht, für den ist dieser Lauf genau das Richtige.
    Der Frauenanteil ist noch sehr klein und auch internationale Läufer sind gern gesehen. Und keine Angst vor der Sprache, das klappt schon.
    Stdiut

  • Iznik Ultramarathon Teil 5

    Das letzte Stück war nochmal so richtig Kacke, Wahnsinn. Es ging durch Gestrüpp, enge Wege und auch nicht ganz gerade. Dann ein Stück durch eine Lichtung und eine tiefe Schlammpfütze, der man weder ausweichen konnte, noch konnte man darüber hinweg springen. Also einfach durch, nur sackte ich tief ein und es gelangten sofort Steine in meine Schuhe. Ich hatte aber keine Lust anzuhalten und die Steine aus dem Schuh zu tun. Das wird schon gehen, die paar Kilometer dachte ich mir. Meine Stirnlampe funktionierte Super, konnte den Weg durch die Reflektoren schon weit im Voraus erkennen. Dann begann der Abstieg nach Iznik. Wieder ein harter Abstieg. Dann ging es noch einmal durch eine Furt. Die Steine taten inzwischen so weh, dass ich mich entschloss, sie doch aus dem Schuh zu schütteln. Ich setzte mich auf eine Mauer und säuberte Schuh für Schuh. Als ich wieder aufstand, hatte ich einen Krampf an der Oberschenkel Innenseite. Wow hat das gezogen. Aber egal, kurz gehen und dann weiter in die Nacht. Die meiste Zeit war ich sowieso am Gehen. Irgendwie hatte ich ein Motivationsloch und konnte mich nicht aufraffen, in den Laufschritt zu gehen. Die Strecke nach dem Abstieg war jetzt eben und es ging über feste Wege und Strasse. Dann 5 km vor Schluss stand Soner am Wegesrand. Erst mit dem Auto und wenig später etwas näher am Ziel noch einmal mit dem Fahhrad. Das hiess aber auch, das Ziel war nicht mehr weit. Es ging in die Stadt und wieder an der Stadtmauer vorbei. Ein 80 km Läufer sprach kurz vor Ende noch mit mir, ich sagte dann aber, er soll ruhig vorlaufen, ich walke das jetzt zu Ende. Zeit war ja noch genug. Ich ging den Absperrungen entlang in Iznik in Richtung Ziel. Das Ziel war hell erleuchtet und schon von weitem zu sehen. Der Scheinwerfer strahlte mir entgegen. Der See war zu hören, denn es war etwas windiger geworden. Unterwegs gab es immer wieder anerkennende Zurufe von Zuschauern, auch wenn ich das grad nicht geniessen konnte. Dann endlich der "Einmarsch" über die Ziellinie. Nach 22:55:44 h waren 136 km mit 2800 Höhenmetern und vielen Hindernissen geschafft. Ich bekam eine Finisher Medaille umgehangen. Das war, ich schwör, die allergrösste Medaille meines Lebens. Schwarzes Holz mit einer wunderschönen Keramik Platte in der Mitte.
    Apres:
    Ich ging mein Drop Bag aufsammeln, zog mir trockene Sachen an und holte mir eine Portion Nudeln.
    Im Zelt hielt ich noch ein kleines Schwätzchen mit einem türkischen 80 km Läufer. Er hatte noch nicht einmal eine Bleibe für die Nacht, da ging es mir viel besser. Soner sammelte mich ein und fuhr mich das Stück bis nach Hause mit dem Auto, cool. Zu Hause stellte ich fest, dass Hiro noch gar nicht da war. Ich hatte vermutet, er hätte mich längst überholt. Auch ein Aufgeben wäre ja noch möglich gewesen, schliesslich ging es ihm unterwegs schlecht. Aber Emre sagte, er wäre am letzten CP durch und fuhr los, ihn abzuholen.
    Ich nahm eine heisse Dusche und spülte mir die Lagen Staub und Schmutz ab, die sich auf meinen Beinen befand. Dann war auch Hiro da und kurz danach verschwand ich im Bett. Endlich die Beine ausstrecken, das tat gut.
    Stdiut

  • Iznik Ultramarathon Teil 4

    Serpentinen, Serpentinen. Immer mal wieder Mitläufer getroffen und gesehen. Einer trug Stöcke mit sich, die wären bei manchen bergab Passagen sicher hilfreich gewesen, aber wohin damit während der Schlammphasen? Dann kam sogar noch echter Trail, also gefühlt und an einem Stück musste man sogar über Felsbrocken klettern. Laufen ging da gar nicht. Und ich hasse klettern. Aber das war auch Gott sei Dank das einzige Felsstück. Hier oben hatte ich dann irgendwo die 100km geschafft, in etwa 15 Stunden. Ein Esel schrie neben der Strecke, als ich gerade mal filmte. Das klingt echt cool auf dem Video. Musste lachen. Dann schloss sich ein ziemlich ekliger Abstieg an. Der Weg war staubig und zerklüftet und von Fahrrillen gezeichnet, was es schwer machte vorwärts zu kommen, denn hinfallen wollte ich nicht zwingend. Es war ziemlich warm geworden inzwischen und die Dehydration war beim pinkeln deutlich zu sehen. Obwohl ich immer wieder genug Getränke zu mir nahm. Dann ein kurzes Stück Strasse und der dritte Anstieg begann. Auch wenn es nicht mehr ganz so hoch ging, merkte man ab jetzt jeden Anstieg doppelt. Auch die Konzentration liess nach. Obwohl der Weg super markiert war, lief ich fast an einer Abzweigung vorbei, wurde aber sofort zurück gerufen von einem Läufer. Ich habe mich nicht einmal verlaufen, aber habe zweimal Läufer gesehen, die eine Abzweigung verpasst hatten. Wir halfen uns natürlich alle gegenseitig und schrien hinterher, wenn mal einer falsch abbog. Die nächste Erinnerung ist dann schon Süleymaniye, ein CP auf einem Berg in einem ziemlich kleinen Ort. Hier war es wieder sehr nett, nur die Matte piepte diesmal gar nicht. Ab hier ging es wellig über ziemlich feste Wege mal auf und mal ab. Obschon das Läuferfeld weit auseinandergezogen war, hatte ich immer ein paar Läufer um mich herum. In einem kleinen Ort sass einer der Marathonläufer, zu erkennen an seinem Armband mit ein paar Frauen zusammen und trank Tee, wohlgemerkt kein CP. Sah witzig aus und eilig hatte er es scheinbar nicht. Auch die Kinder an der Strecke hielten immer mal wieder die Hände hin, um abgeklatscht zu werden. Obschon es gar nicht viele Ortschaften gab, die wir durchquerten. So langsam wurde es dann gegen Abend auch schon wieder kühl. So richtig flott ging es nicht mehr voran. Mal ein Stück laufen, dann wieder gehen. Vor allem an jedem Anstieg ging ich jetzt konsequent. Es waren schon wieder einige Furten durchquert, aber meine Schuhe sahen noch relativ sauber aus. Obwohl es mal ein bergabstück gab, wo man fast nur rutschend weiter kam. Auch in den Wald ausweichen konnte man nicht, denn dort gab es dorniges Gestrüpp. Ich fluchte an einigen Stellen ziemlich laut, aber das half mir einfach Konzentration aufzubauen. Dann kam ein "Hoş geldiniz!" Schild von einem Ortsteil von Iznik. Leider immer noch nicht Iznik selbst. Hier gab es den letzten von insgesamt 12 CP = Check Points. Wieder gab es hier Versorgung, das Gepäck wurde nach der Regenjacke befragt und ich zog sie auch gleich an, legte die Warnweste an und nahm die Stirnlampe in die Aussentasche. Von hier waren es noch 14,6 km bis ins Ziel. Es war jetzt nach 19 Uhr und die Deadline für diesen Punkt lag bei 23:00 Uhr. Es wurde langsam dunkel. Das letzte Teilstück war aber auch noch einmal ordentlich Kacke.
    Stdiut

  • Iznik Ultramarathon Teil 3

    Nach dem Startschuss ging es entlang des See's und dann vorbei an der Stadtmauer. Kurze Zeit später hatte uns auch schon die Dunkelheit verschluckt. Hiro hatte ich sofort aus den Augen verloren. Es ging über staubige Strassen und Wege. Dann wurde aber auch schon auf ein Feld abgebogen und jetzt begann das Hauptthema des Laufes. Matsch. Ständig rutschte man vorwärts durch Lachen und Pfützen und vor allem in der Dunkelheit gab es keine Chance auszuweichen. Am 1. Versorgungspunkt sprach niemand englisch oder deutsch, aber die Versorgung mit Wasser etc. klappte trotzdem gut. Ganz am Anfang hatte es wohl sogar einen Checkpoint mit "Su" also nur Wasser, aber den hatte ich glatt übersehen. Ich denke, das war ein natürlicher Brunnen ohne Helfer. Kurze Zeit später kam dann der erste Anstieg auf ungefähr 400 Meter. Der war ganz schön steil. Der Anblick von weitem ist natürlich immer schön, wenn man die Stirnlampen den Berg rauf laufen sieht. Wie Glühwürmer in einer Schlange. Beim Aufstieg ging ich an Hiro vorbei. Bergan war er wohl vorsichtiger als ich. Bergab ging es dann nicht ganz so steil, aber immer wieder braune Matschpfützen. Jetzt sauste Hiro wieder vorbei. Downhill bin ich ja eher wieder grottenschlecht. Dann war es eigentlich lange langweilig und an einem der CP sass Hiro an einem Tisch und futterte gerade. Dafür ging es mal durch die erste Furcht, natürlich ohne Brücke. Ich hatte zwar kurz daran gedacht, da trocken durchzukommen, aber andererseits war die Kühlung für die Füsse ganz angenehm. Langsam kam Dämmerung auf und ich ärgerte mich über meinen Geiz. Denn die Reflektoren reagierten auf meine Funzel kaum noch. Hätte ich nur gleich neue Batterien in meine Stirnlampe getan. Aber dann war es hell und der Gedanke an Batterien schnell verdrängt. Am CP kurz vor Kilometer 60 lagen unsere Drop Bags. In der Nähe gab es ein Klo, wo ich mich komplett umzog, ohne öffentliches Ärgernis zu erregen und ich wechselte die Schuhe. Waren zwar auch Hokas, aber immerhin trocken. Hätte ich geahnt, was noch kommt, hätte ich mir das geschenkt. Ich konnte jetzt auch die Warnweste und die Jacke ablegen und mir Sonnenschutz ins Gesicht schmieren. Dann noch ein bisserl was futtern und trinken und Hito schenkte mir ein japanisches Karamell Bonbon. Er meinte, seinem Magen ginge es nicht so gut und er hatte wohl auch schon einmal gekotzt. Übrigens trug Hiro auch Hoka, aber er wechselte die auch nicht. Jetzt ging es im Hellen weiter und die Sonne schien. Trotzdem war das Stück etwas langweilig. Es ging direkt am See entlang. Zwar war der See wunderschön und auch die grünen Berge ringsum, trotzdem war die Wegstrecke einfach eintönig zu laufen. Es zog sich ziemlich lange hin. Irgendwie schaltete mein Hirn aber auf Energiesparmodus, denn an alles kann ich mich nicht so recht erinnern. So langsam begann dann der nächste Anstieg. Und der zog sich ziemlich lange hin. Die Etappe von Narlica nach Müsküle bot immerhin 804 Höhenmeter. Es ging gleich nach dem CP in die Berge und dann zogen sich Serpentinen höher und höher. Ich hatte inzwischen an einem der CP die Batterien in meiner Stirnlampe getauscht, denn mir wurde so langsam klar, dass ich wohl nicht bis Sonnenuntergang im Ziel sein würde.
    Stdiut

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